|
Erst nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 gab es mit der Deutschen Bundesbahn wieder eine Institution, die den Bahnbetrieb planmässig vorantreiben konnte. Im gleichen Jahr wurde aus der MITROPA(West) und der Hamburger Speisewagengesllschaft die Deutsche Schlafwagen- und Speisewagen-Gesellschaft mbH (DSG) als 100%-Tochter der Deutschen Bundesbahn (DB) gegründet und nahm ihren Sitz in Frankfurt/M. Am 1.4.1950 nahm die DSG ihren Betrieb auf. Die Betriebsaustattung der DSG bestand am Tag der Betriebsaufnahme aus 118 Schlafwagen, 88 Restaurantwagen und 7 Rheingoldwagen. Weiterhin waren 50 Küchenwagen im Bestand. Beide Einrichtungen wurden durch das Bundesbahngesetz am 17.12.1951 bestätigt. In der damaligen Sowjetischen Besatzungszone wurde die Deutsche Demokratische Republik gegründet, die die Namen "Deutsche Reichsbahn" für den Bahn- und "MITROPA" für den Wirtschaftsbetrieb im Bahn-, Flug-, Fähr- und Autobahnverkehr beibehielt.
Bereits 1950 erhielt die DSG von den Waggonfabriken Fuchs, Uerdingen und Westwaggon 20 Schlafwagen des Typs WLBs4üe ("spezial") mit Einbettabteilen der damaligen 2. Klasse in beidseitiger Längsanordnung. Der Mittelgang prägte sich den Reisenden besonders ein, da er im ZickZack verlegte Wände hatte. Weitere 20 Wagen wurden in identischer Bauart, auch in DSG-Rot, an das USTC geliefert und von der DSG, Abteilung Frankfurt/M.-Ost bewirtschaftet. Diese Wagen wurden auch für den Export gefertigt.
Die bereits vor dem Krieg entwickelten Universalschlafwagen wurden beim Umbau vorhandener Altbauschlafwagen zum Vorbild genommen. Dieses Konzept des 3-Bett-Schlafabteil-Wagens mit änderbarer Bettenzahl wurde zum Standard europäischer Schlafwagenbauten.
Einige Altbauschlafwagen wurden nach und nach von den Allierten im Austausch gegen die Lieferung von Neubauschlafwagen an die DSG zurückgegeben.
Die DB unternahm in den folgenden Jahren erhebliche Anstrengungen, den Wagenpark im Reisezugverkehr wieder zahlenmässig aufzustocken und auch zu modernisieren. Über die Versuchsserien von 1949 bis 1952 enstand schliesslich 1953 (mit weiteren Modifikationen 1961) der heutige UIC-X-Wagen mit 26,4m-Länge über Puffer (LüP).
|