DSG-Speisewagen WR4ü(g)e35

Foto: FLEISCHMANN Modell WR4üe-35 DSG Nr. 1110

Geschichte des Vorbildes:

1935 bestellte die MITROPA AG eine zweite Bauausführung des 42-plätzigen WUMAG-Standardspeisewagens mit insgesamt 60 Stück (1088-1147) bei WUMAG/Görlitz, die an die neu in Dienst gehenden "windschnittigen" Schnellzugwagen äusserlich angepasst wurde. Die Fahrzeuge konnten durch vollständige Verschweissung mit 51,6t deutlich leichter ausgeführt werden. Die Innenraumaufteilung und technische Ausstattung entsprach den Wagen der Bauart 1928 (1001-1087). Die Fahrzeuge erhielten Drehgestelle der Bauart "Görlitz III schwer", ab Wagen 1128 in der Ausführung mit 4. Federung.

Nach 1945 fanden die in den 3 westlichen Besatzungszonen verbliebenen, zum Teil schwer zerstörten und leeren Fahrzeuge nach Reparaturarbeiten Verwendung in den Militärzügen der Besatzungstruppen.

Nach Freigabe der Wagen durch die Alliierten wurden die Wagen der 1949 gegründeten "Deutschen Schlafwagen- und Speisewagen-Gesellschaft m.b.H" (DSG) übergeben. Diese ließ die Wagen der Bauart 1935 zwischen 1958 und 1961 technisch überholen und an die Erfordernisse des modernisierten Betriebes anpassen.

  • Hierzu gehörte bei allen Wagen bis auf 1096 der Einbau von Gummiwulstübergängen anstelle der Faltenbälge an den Wagenenden,
  • Wagen 1140 erhielt 1966 eine Klimaanlage vom Typ KLIMADEÖ.
  • Zudem wurde der Wagenkasten in RAL 3004 (Purpurrot) statt des traditionellen RAL 3005 (Weinrot) der MITROPA und des später verwendeten RAL 3003 (Rubinrot) der DSG lackiert.

Nach der Übernahme der Wagen in das Eigentum der DB per 1.1.1966 wurden die Wagen fünstellig nummeriert (10 088 - 10 140), zudem entfielen zeitgleich mit der Beschriftung nach UIC-Standard ab 1968 (51 80 88-40 146 ff, Einordnung als WRü(g)e151, Ausnahme: DSG 1130 und 1140 mit den Wagen der Bauart 39 als WRüge152) bei einigen Wagen noch die gelben Streifen und Aufschriften sowie das DSG-Signet und die typische Schrift. Die Ausrüstung einiger Wagem mit Drehgestellen der Bauart MD33 erfolgte nach 1968.

Die Fahrzeuge dieser Bauart bildeten lange das Rückgrat der Speisewagendienste in Fernzügen des nationalen und internationalen Verkehrs. Ab 1971 wurden die Wagen allmählich durch WRmh/WRmz verdrängt und bis 1974 ausgemustert. Einige Wagen sind erhalten geblieben:

  • DSG 1090 (Deutsches Dampflokmuseum Neuenmarkt-Wirsberg), öff. Restaurant
  • DSG 1103 (ESV Puttgarden), vergammelt und grünlich
  • MITROPA 1108 (DB Museum, Traditionszug Zwickau -> Traditionszug Berlin)
  • DSG 1120 (Möbelpark Hesse, Hannover), öff. Restaurant
  • DSG 1121 (Möbelpark Hesse, Hannover), öff. Restaurant
  • DSG 1122 (Landeseisenbahn Lippe e.V., ex Eisenbahnfreunde Olpe e.V.)
  • DSG 1130 (DME Darmstadt)
  • DSG 1140 (NIOE – Orient-Express Grand-Express-European) -> 51 81 08-70 132-8 (Train Deluxe Betriebs-GmbH, Wien)

Der Wagen DSG 1146 ist eine Zweitbelegung aus der Bauart 1939.

Auflistung der gebauten Wagen mit ihrem Verbleib nach 1945

Quellen:

Hanke, Heinrich: http://www.heinrich-hanke.de/eisenbahn/reisezuege/index.htm

Geschichte des DSG-Wagens 1120: http://lel.steamjoe.de/index.php?option=com_content&view=article&id=71&Itemid=73

Dost, Paul: Der rote Teppich, Wien 1965 (Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart)

Brandt, Walter: Schlaf- und Speisewagen der Eisenbahn Franckh, Stuttgart 1968

75 Jahre Mitropa, Sonderheft des Eisenbahnjournal, Merker Verlag 1992

DSG-Wagenverzeichnis 1964 und 1968

   
© Will Berghoff 2013
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