MITROPA-Projekt Speisewagen WR4üm 43

 

Geschichte des Projektes:

1942 bestellte die MITROPA AG eine dritte Lieferserie der aktuellen Bauausführung des 42-plätzigen WUMAG-Standardspeisewagens WR4üe39 mit insgesamt 40 Stück (1219-1258) bei LHB/Breslau und WUMAG/Görlitz, die an die wiederum den stromlinienförmigen Schnellzugwagen äusserlich angepasst wurde. Kriegsbedingt wurden nicht mehr alle bestellten Fahrzeuge geliefert, die 1942 fertig gestellten Wagen 1222 und 1223 gingen direkt an die Reichsbahn zur Verwendung in Regierungszügen. Die Bestellung der Wagen 1222 bis 1256 wurde zunächst technisch modifiziert und später ab Wagen 1224 storniert. Am 1.6.1942 stellte die MITROPA den Speisewagenbetrieb ein, alle Speisewagen wurden abgestellt und später militärischer Verwendung zugeführt oder zu reinen Sitzwagen umgebaut.

Wagen 1224 bis 1230 gingen 1943 ohne Inneneinrichtung direkt an die Reichspost und wurden zu fahrbaren schweren Funkfeuern umgebaut. Die Wagen 1231 bis 1238 wurde als leere Wagenkästen beim Hersteller und in verscheidenen RAW zwischengelagert. Aus 2 eingelagerten Wagenkästen baute die MITROPA(Ost) in den 50ern die Wagen 1226" und 1227"auf *. Die Wagen 1239 bis 1258 wurden nicht mehr gebaut.

Mit der 1942 erfolgten Modifizierung der Bestellung einher ging die Änderung des Auftrages für die beiden letzten Wagen dieser Serie. Sie sollten nunmehr als 26,0 m lange, 48+2 plätzige Leichtbau-Speisewagen 1257 und 1258 entstehen. Damit wären sie die längsten Wagen auf deutschen Bahngleisen geworden (div. Salon4ü aus 1937/40/42 24,3m). Diese Planung geht bereits auf das Jahr 1937 zurück. Zu einer Ausführung kam es nicht. Die Planungen wurden aber bei der Konstruktion der O&K/DSG-Nachkriegsneubauten WR4ümgh herangezogen.

50 plätziger Speisewage WR4üm-43

Zeichnung: Entwurf des 50 plätzigen, 26,0m langen Speisewagens der MITROPA

 

*daraus könnte man schliessen, dass auch die Wagen 1224 und 1225 vorhanden waren oder aufgebaut werden sollten - dafür fehlt aber jeder Beleg. Auch die DSG besetzte die Nummern erst ab 1226. Es ist aber eher wahrscheinlich, dass beide Unternehmen um die jeweils 2 zu besetzenden Nummern wussten, Doppelbelegungen vermeiden wollten und durch ein Missverständnis doch vollzogen oder aber absichtlich diese Doppelbelegung vornahmen. Beides war damals, je nach politischer Wetterlage, denkbar. Im allgemeinen aber hat man bei beiden Eisenbahnbetrieben stillschweigend ohne ein öffentlich bekannt gewordenes Abkommen versucht, Doppelbelegungen zu vermeiden.

Quelle:

Theurich/Deppmeyer, Reisezugwagen-Archiv 2, Transpress Berlin 1986

   
© Will Berghoff 2013
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